Kommentar: Großer Nachholbedarf bei Crossmedia - Fachverlage schöpfen die Potenziale von Themenbundles nicht aus
Olaf Deininger: Stichproben zeigen es immer wieder: Fachverlage betrachten ihre Medien überwiegend immer noch als Solitäre. Und auch innerhalb einer „Medienmarke“ existieren erstaunliche „Sendepausen“ etwa zwischen Print und Online. Dabei ist die inhaltlich sinnvolle Vernetzung von Content und unterschiedlichen Medien einer der zentralen Erfolgsfaktoren für die Zukunft. Denn es wird künftig darum gehen, den Nutzer so lange es geht in seinen eigenen Markennetzwerken zu halten.
Für Verlage sind crossmediale Themen-Bundles also ein unverzichtbares Instrument, um Kunden zu binden, aber auch um unterschiedliche Verlagsmedien und Plattformen synergetisch zu verknüpfen. Die redaktionelle Produktion wird durch Themen-Bundles effektiver. Denn sie bündeln thematisch ähnliche redaktionelle Leistungen für unterschiedliche Medien und helfen so, personelle und finanzielle Ressourcen einzusparen. Und bietet man Verlagskunden zu einem Thema ein multimediales Paket an, müssen sie nicht in verlagsfremden Quellen nach anderen Medienformen recherchieren.
Ein erfolgreiches Themenpaket besteht dabei nicht nur aus einem mit Online-Informationen verknüpften Printangebot. Auch verschiedene Online-Formate wie Web-TV und Podcasts bzw. Online-Plattformen wie Twitter und iTunes sollten inhaltlich und technisch miteinander vernetzt werden. Entsprechend ihrer Stärken und Schwächen eingesetzt, können sich Text, Bild, Audio und Video so gegenseitig sinnvoll ergänzen.
Warum dieser multimediale Ansatz bei vielen Fachverlagen noch in den Kinderschuhen steckt oder fehlt hat nachvollziehbare Gründe: Crossmedia wird überwiegend von den technischen Abteilungen getrieben, die hauseigenen Redaktionen oft außen vor gelassen. Dabei ist ein entscheidender Erfolgsfaktor, dass die Redaktionen Crossmedia mit entwickeln. Doch dazu müssen sie in der Lage sein, unterschiedliche Formate kreativ und nutzbringend zu mixen, und die redaktionell einsetzbaren technischen Möglichkeiten kennen.
Wie man Content inhaltlich und technisch sinnvoll vernetzt und wie man konzeptionell geschlossene Themen-Bundles entwickelt, die die Stärken unterschiedlicher Medienformate nutzen, verrät das Seminar. Es lädt ein, die redaktionelle Kultur und das journalistische Selbstverständnis zu verinnerlichen, die zur Entwicklung erfolgreicher Themen-Pakete unabdingbar sind.
Olaf Deininger ist Referent der Akademie.
Hier gelangen Sie zum Seminar 'Die Entwicklung crossmedialer Themen-Bundles im Fachverlag'.
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