Wird Werbung endlich mobil? Andreas Becker und Katja Horter über die Optionen für Fachverlage
Welche Chancen haben Fachverlage durch mobile Werbung? – Eine Einschätzung von Andreas Becker und Katja Horter
Mobile Advertising, als Oberbegriff von diversen Werbeformen auf mobilen Endgeräten, begleitet die Verlagsindustrie schon lange. Was vor über 10 Jahren mit dem Hype um WAP und UMTS angefangen hat, wurde durch Anzeigen via SMS/MMS, Werbung auf mobilen Internetseiten und Suchanzeigen auf mobilen Geräten abgelöst. Aus Sicht der Fachverlage mit kleinen, aber hochspezialisierten Zielgruppen waren die meist für Markenprodukte mit einer breiten Zielgruppe ausgelegten Werbeformen eher uninteressant. Ein einfaches „Ausprobieren“ dieser Werbeformen kam aufgrund der hohen technischen aber insbesondere prozessualen Anforderung, wie zum Beispiel Zusammenarbeiten mit branchenfremden Partnern oder Einkauf von SMS-Kontingenten, überhaupt nicht in Frage. Das wird sich mit dem Aufkommen von Werbung innerhalb von mobilen Software-Anwendungen (Programme oder Spiele, die auf das mobile Endgerät geladen werden – kurz Apps genannt) in den kommenden Monaten und Jahren ändern.
Deshalb legen Andreas Becker und Katja Horter den Fokus ihres Seminars neben der Diskussion bekannter Mobile Advertising-Kanäle auf diese mobile Werbeform. Denn sie birgt nicht zuletzt durch den iAd-Service von Apple besondere Potenziale für Fachverlage.
ADB: Was ist iAd von Apple?
Becker/Horter: Die iAd-Werbeplattform ermöglicht multimediale Anzeigen innerhalb der Apple Apps von iPad, iPhone und iPod touch. iAd übernimmt dabei sowohl die technische Auslieferung der Anzeige, als auch die Vermarktung der Werbefläche an die werbetreibende Industrie.
ADB: Wie funktioniert dieses Angebot für Fachverlage, die bereits Apple Apps anbieten bzw. zukünftig anbieten möchten?
Becker/Horter: Bei der Entwicklung der Apps können innerhalb der Benutzeroberfläche der Applikation Werbeflächen vordefiniert werden. Diese Werbeflächen werden dann von Apple vermarktet. Laut dem „Wall Street Journal“ bezahlt der Werbetreibende voraussichtlich $0.01 pro Einblendung der Anzeige. Wenn diese angeklickt und damit der Nutzer auf eine mobile Internetseite oder zu einer anderen App weitergeleitet wird, sind für den Werbetreibenden bis zu 2 Dollar zu bezahlen. Ca. 60% der Werbeeinnahmen will Apple an die Anbieter / Entwickler der Apps weitergeben, die die Anzeigenflächen zur Verfügung stellen.
Bisher ungeklärt ist, ob man als Werbekunde konkrete Apps (z.B. die Apps eines spezifischen Fachverlags) oder ob man nur übergreifende Kategorien (Bücher, Wirtschaft, Unterhaltung, Lifestyle, etc.) auswählen kann. Laut Spiegel können Werbekunden anhand der Kriterien: demographische Daten, Software-Präferenzen, Musikvorlieben, Vorlieben für bestimmte Filmgenres, Fernsehgenre-Interessen und Standortinformationen ihre Zielgruppen selektieren.
iAd wird voraussichtlich im Herbst in Deutschland zur Verfügung stehen.
ADB: Worin besteht die Chance für Fachverlage?
Becker/Horter: Anzeigen in mobilen Applikationen werden zukünftig nicht nur von Apple angeboten werden. Weitere mobile Downloadportale sind dabei, sich am Markt zu etablieren. Dazu gehören beispielsweise der Ovi Store von Nokia, die BlackBerry-App World, der Microsoft Marketplace oder der Android Market von Google. Auf dieser Grundlage werden immer mehr Konsumenten mobile Applikationen nutzen. Dadurch entsteht für Fachverlage die Möglichkeit, ihre Kerninhalte/Kernkompetenzen mittels Apps als ein weiteres Medium im Verlagsangebot zu vermarkten.
Das Duale Geschäftsmodell, geprägt durch den Verkauf von Inhalten und Werbeflächen, wird in Analogie zur Fachzeitschrift wahrscheinlich nicht bei jedem Thema/App eine Renaissance erleben. Jedoch die Option, kostenlose Apps oder die sogenannten Apps light (Apps mit reduzierter Funktionalität, die aus Vermarktungszwecken kostenlos abgegeben werden) mit Anzeigen zu versehen. Diese weitere und durchaus sehr einfache Erlösquelle sollte zukünftig von Fachverlagen aktiv geprüft und eingesetzt werden.
Hier gelangen Sie zu dem Seminar Mobile Advertising - Strategien für Fachverlage
ANSPRECHPARTNER
Judith Horsch
Programm-Managerin, Leitung PR
Tel. 089 291953-65
Fax 089 291953-69
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